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Wikipedia und das Wissenschaftsdilemma. Ein Vorschlag

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Die Frage, ob Wikipedia für die Wissenschaft oder für eine (oftmals diffuse) breite Öffentlichkeit gedacht ist, hat die Gemüter in diesen und anderen Spalten vor einigen Wochen schon erregt. Eine andere, allerdings damit verbundene Frage ist, wie man Wissenschafter/innen (oder diejenigen, die sich ernsthaft vorgenommen haben, solche zu werden) dazu kriegt, an Wikipedia mitzuschreiben. Heute tun sie, die angehenden und die gestandenen Wissenschafter/innen, es – mit gutem Grund – nicht.
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Wikipedia visuell: eyePlorer.com

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Unser geschätzter Wikipedia-Experte Nando Stöcklin twitterte kürzlich über eyePlorer.com, eine Plattform, die interaktiv Datenbestände der Wikipedia visualisiert. Das lädt zwar zu lustigen Spielereien ein, ein tiefer Sinn oder gar die Möglichkeit, dies auch für historische Forschungsprojekte nutzen zu können, fiel uns noch nicht ein. Aber die Kollegen von der Diadaktik-Front, die ja zur Zeit allemsamt sich in Berlin versammeln, werden uns sicherlich schon bald Ideen und entsprechende didaktische Umsetzungsschemata präsentieren.

Forschen mit und über Wikipedia. Eine Skizze

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Das Thema Wikipedia und die Wissenschaften hat, wie in den letzten Tagen sich auch in diesen Spalten beobachten liess, immer noch Hochkunjunktur. Wir haben uns deshalb entschlossen, eine Auslegeordnung möglicher Forschungsfragen zu machen, ein Framework zu dem, was noch auf unserer Agenda steht.

Dieses Framework ist das Destillat unserer eigenen bisherigen Arbeiten, aber natürlich auch sehr stark geprägt von den Ideen und Impulsen, die hier immer wieder geäussert wurden. Ein grosses Dankeschön deshalb nach Aachen, Wien, Bern und überall dorthin, von wo die Diskussionen ebenfalls bereichert wurden.

Die Skizze wird in den nächsten Wochen in den Spalten der Schweizerischen Zeitung für Geschichte im Druck erscheinen, als Preprint ist er natürlich bereits hier verfügbar.
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Wikipedia zitieren: darf man nun oder darf man nicht?

Es ist noch nicht so lange her, da diskutierten wir in diesen Spalten die Frage, ob in einer wissenschaftlichen Arbeit aus Wikipedia zitiert werden darf oder nicht mit viel Furor und Engagement. Kollega Hodel vertrat eine etwas liberalere Haltung während ich mich – bekennender Konservativer in diesem Punkt – für eine härtere Gangart gegen die Wikipedisierung der Seminararbeiten aussprach.
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Das Buch der Woche: Wikipedia goes Foucault!

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Aufmerksame Leser unseres Weblogs werden es ja schon gemerkt haben: Während Kollege Hodel sich immer mehr in die didaktischen Sphären der neuen Netzwelten einarbeitet, widme ich mich seit einiger Zeit vermehrt dem intermedialen Crossover – sprich: dem Medium Buch im digitalen Zeitalter.

So kam mir unlängst – nach einem längeren Streifzug durch die Freihandmagazine unserer Universitätsbibliothek – die Idee, die Rubrik «Das Buch der Woche» hier einzuführen.

Sinn und Zweck dieser neuen Rubrik soll es nicht sein, mit ausführlichen Fachrezensionen bestehende Organe wie H-Soz-u-Kult oder Sehepunkte zu konkurrieren, vielmehr möchte ich in regelmässiger Folge und in kurzer Form auf Bücher hinweisen, die etwas abseits der grossen akademischen Felder liegen, Bücher, die mir besonders gefallen oder die mich besonders aufgeregt haben, Bücher, die man leicht übersieht oder die man einfach gelesen haben muss.

Und so möchte ich mit einem kleinen Büchlein beginnen (entstanden aus einer Magisterarbeit an der TU Chemnitz), das sich Wikipedia widmet und sich dabei einem innovativen Ansatz verschrieben hat: Mit Hilfe des Diskurskonzeptes von Michel Foucault untersucht Pentzold Wikipedia als Informationsspeicher und Diskursplattform. Damit wird die von den Wikipedianern imaginierte und mit viel Aufwand immer wieder beschworene Traditionslinie zurück zur Encyclopédie von Diderot und d’Alembert bewusst ignoriert und Wikipedia gleichsam gegen den Strich gelesen. Im Mittelpunkt der Studie steht die Beschreibung von «Aushandlungsprozessen bei der Verfertigung geteilten Wissens», was an zwei Beispielen untersucht wird. Eine innovative Arbeit, die hoffentlich die etwas frischen Wind in dier verfahrene Wikipedia-Diskussion der letzten Monate bringen wird.

Pentzold, Christian: Wikipedia. Diskussionraum und Informationsspeicher im neuen Netz, München 2007 (= Internet Research; 29).

 

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