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Schmalenstroer.net – Geschichtsblog des Monats Dezember 2010


Zum Jahresende (bzw. zum Jahresanfang) sei die Gelegenheit genutzt, im Rahmen der Serie Geschichtsblog des Monats nach einer Reihe von Gruppen-, Medien- und Institutionsblogs wieder auf ein individuelles Geschichtsblog hinzuweisen: Schmalenstroer.net. Der Betreiber Michael Schmalenstroer, Student der Geschichte an der Universität Freiburg und Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Asch, ist damit der erste Geschichtsblogger, der zum zweiten Mal in dieser Rubrik Aufnahme findet. Denn er betreut auch das hier bereits früher behandelte, bislang einzigartige Geschichtsblog “Klio surft“.
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Seconde vie pour un défunt: le Journal de Genève est disponible en ligne

Sur un site dédiés à ses archives le journal Le Temps a mis en ligne l’ensemble des archives du Journal de Genève (1826-1998). 550’000 pages ont été numérisés aux prix d’env. CHF 1.09/la page, une numérisation financée par un partenariat public-privé. La Gazette de Lausanne et Le Nouveau Quotidien, dont Le Temps détient les archives, devraient suivre dans une année.

La recherche dans ces archives est performante et rapide. Une liste des résultats est fournie en montrant des vignettes du titre, un extrait de texte montrant le mot recherché dans son contexte fait défaut. Au bout du lien l’article recherché peut être visualisé de manière isolé ou dans le contexte de sa page. La vue «article» offre de notables avantages: elle montre les occurrence. on peut naviguer d’un occurrence à l’autre. Mais surtout elle est imprimable et lors de l’impression la référence de l’article est ajoutée. Pour sauvegarder seul le format html est proposé.

Malheureusement il n’est pas possible d’afficher le texte reconnu. Non seulement cela aurait facilité la citation de passages, mais cela aurait aussi permit de juger de la qualité de la reconnaissance et donc du recall à espérer.

La Bibliothèque de Genève et la Bibliothèque nationale ont étroitement collaboré à ce projet. Sur son site la BN dévoile encore d’autres projets du même type avec L’Express et L’Impartial.

Reste à espérer que la Neue Zürcher Zeitung, qui a également numérisée ses archives, trouve elle aussi des mécènes pour mettre à disposition du grand public son patrimoine d’importance national, et même international.

Sonnenfinsternis in Kärnten?

Beim Blättern in den Tageszeitungen der letzten Tage kam mir die Frage, wie die aktuellen Ereignisse in Kärnten in zweihundert Jahren interpretiert werden: «Die Sonne ist vom Himmel gefallen», hiess es nach dem Unfall Jörgls etwa, oder man hörte Vergleiche mit 9/11.
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Was ist Digital Curation?

Als ich zum ersten Mal von der Digital Curation hörte, hat mich der Ausdruck so befremdet, dass ich mich gleich danach erkundigen musste. Heute frage ich mich, warum mir dieser Begriff nicht schon seit langem geläufig ist, schliesslich beschreibt er die Langzeitarchivierung, das Gebiet, auf dem meine Umgebung forscht.
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Google kauft hist.net

Wie Google und hist.net heute bekannt geben, hat Google die Mehrheit am Schweizer Portal für Geschichte und Digitale Medien “hist.net” übernommen. Für Google ist dies ein weiterer Schritt in die Domäne wissenschaftsorientierter Dienstleistungen im Zusammenhang mit Google Scholar. “Wir sind sehr glücklich, dass wir mit hist.net einen starken Partner im Bereich der Geschichtswissenschaften gewinnen konnten”, lässt sich Geschäftsführer Eric Schmidt in einer heute veröffentlichten Medienmitteilung zitieren. “Wir halten Google Scholar für ein grossartiges Produkt, das aber noch durch genuinen Input von Fachexperten verbessert werden kann. Die Erfahrungen der Schweizer Kollegen von hist.net sind dabei immens wertvoll.” Man habe mit den Geschichtswissenschaften in einem überschaubaren Bereich erste Erfahrungen sammeln wollen, erklärte Schmidt den ungewöhnlichen Entscheid, in einem geisteswissenschaftlichen Fachbereich zu investieren. Über die genaue Art der Kooperation und über mögliche neue Dienste liessen weder Google noch hist.net etwas verlauten und stellten weitere Informationen in naher Zukunft in Aussicht. (weiterlesen …)

Web 2.0 als kulturwissenschaftliches Archiv, oder: Foucault goes Youtube

Foucault on Youtube

Regula Freuler weist heute in der NZZ am Sonntag (erfreulicherweise online erreichbar, leider ohne Links) darauf hin, dass auf dem Online-Video-Flohmarkt nicht nur selbstgebastelte Möchtegern-Kömodien, Musik-Promotionsmaterial oder geklautes Fernseh- oder Spielfilmmaterial zu finden ist, sondern auch interessante Dokumente für die Wissenschaftsgeschichte (der Philosophie und Kulturwissenschaften). Sie führt als Beispiele Interviews mit Hannah Arendt1 und Jaques Derrida2 oder ein Gespräch zwischen Michel Foucault und Noah Chomsky3 an.

Dieser Hinweis wirft mehrere Fragen auf (weiterlesen …)

  1. Interview aus der Reihe “Un Certain Regard” von Roger Errera ausgestrahlt am 7. Juni 1974. Das Interview fand in New York statt []
  2. keine Angaben über Zeit und Ort der Aufnahme []
  3. Live-Gespräch aus dem Jahr 1971 im holländischen Fernsehen, keine näheren Angaben erhältlich []

Individuelle Qualitätssicherung in Wikipedia: Praxisbericht

Desanka Schwara stellte anlässlich ihres Kommentars zum Werkstatt-Gespräch zu Wikipedia in den Wissenschaften eine konkrete Frage zur Qualitätssicherung in Wikipedia:

Darf ich die “Probe aufs Exempel” machen? Lieber Jan, kannst Du mir sagen, wer die “Nymphe Hybris” ist? Sie soll laut Wikipedia die Mutter des Gottes Pan sein. Und die “Hybriden”? Die ganzen klugen Bücher (und Menschen), die sich auf diesem Gebiet auskennen, wissen nichts davon (der grosse, der kleine und der neue Pauly nicht, alle Oxford und Cambridge Nachschlagewerke zu alter Geschichte nicht, auch einschlägige Experten nicht). Wie kann ich herausfinden, woher diese Information in Wikipedia stammt, und wie kann ich sie überprüfen? Und evtl. noch mehr darüber lesen? Das wäre echt toll.

Gut, ich habe die Frage als Aufforderung genommen, Nachforschungen zum Sachverhalt anzustellen, obwohl ich kein Althistoriker bin (oder wie sagt man den Menschen, die alte Geschichte betreiben?). Anhand dieses Beitrags möchte ich zeigen: (weiterlesen …)

Visualisierungen II

Da wir es heute schon einmal ausführlich vom Thema Visualisierung hatten, hier ein interessanter Hinweis aus dem Weblog des unermüdlichen Mark Buzinkay: Ausführlich stellt er ManyEyes vor, ein von IBM entwickeltes Instrument, um grosse Datenmengen zu visualisieren. Das ist nicht ganz die im vorherigen Beitrag von Jan Hodel sehr anschaulich beschriebene Brachialmethode (die m.E. eine Spielerei, aber sonst rein gar nichts ist), sondern einen Tick komplexer und hat auch nicht Quellen im Stil von Wikipedia als Grundlage.

Als Einstiegsliteratur zum Thema eigent sich übrigens folgender Aufsatz: Schwartz, Dieter: Visualisierung in digitalen Bibliotheken. Aufbereitung von Daten und ihre Darstellung in virtuellen Welten, in: B.I.T. online, 6 (2003), 4, S. 343-346. Weitere Literaturangaben finden sich in der Literaturliste meines Seminars «Im Netz des Wissens. Struktur und Chaos im World Wide Web», das im Sommersemester 2006 am Institut für Medienwissenschaft stattfand.

Narrationen im digitalen Zeitalter

Der folgende Beitrag fasst meine Ausführungen während der Tagung „Das Internet als Raum des historischen Lernens“ noch einmal in geraffter Form zusammen. Er befasst sich mit der Rolle, die Narrationen im digitalen Zeitalter spielen können und fokussiert auf die Situation des web 2.0, das heisst von Weblogs und Wikis.
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HOK Reden: Internet Governance

Wer regiert das Internet? Die Frage ist in einem Blog-Eintrag nicht zu beantworten – wenn sie überhaupt zu beantworten ist. Ein guter Ausgangspunkt ist die Artikel-Sammlung von Telepolis, die sich unter dem Titel “Cyber-Weltgipfel” seit der WSIS in Genf Ende 2003 mit Fragen der Internet-Regulierung befasst. Im Wesentlichen dreht sich die Auseinandersetzung darum, wer die Informationen verwalten darf, die das Internet überhaupt am Laufen halten: die Domain-Informationen, bzw. die Informationen darüber, wer welche Domains verwaltet. Das war jahrelang eine informelle Sache von US-amerikanischen Hochschul-Angestellten und Verwaltungsinstanzen der US-Regierung, welche die Entwicklung des Internets (zumindest seiner Ursprünge) finanzierte. Neuerdings wacht die ICANN, eine Stiftung nach amerikanischem Recht, über die Namensgebung im Internet.

Der jüngste Artikel “Weiter Uneinigkeit über Kontrolle des Internet” behandelt die momentan unklare Interessenlage. Neben der US-Regierung, die noch immer massgeblich Einfluss nehmen will, ist auch die UNO-Tochterorganisation ITU (Internationale Telecommunication Union) daran interessiert, hier ihren Einflussbereich zu definieren. Dies steht im Widerspruch zum Internet Governance Forum (IGF), das im Oktober unter der Leitung der UN erstmals zusammentraf. Im IGF arbeiten im Gegensatz zur ITU nicht nur Regierungsdelegationen, sondern auch Vertreter der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zusammen. Dies soll einen Ausgleich der verschiedenen Interessen an der Regulierung des Internets gewährleisten, bedeutet aber eine Einschränkung des staatlichen Vorrechts auf Regelsetzung.

Dabei geht es noch gar nicht um technische Spezifikationen, welche das W3C durchzusetzen versucht (mit mässigem Erfolg, weil fast alle grossen Web-Unternehmen oder auch Microsoft die Standards ignorieren und lieber selber welche etablieren), und auch nicht um die Bereitstellung der technischen Infrastruktur, also der physikalischen Netze (die etwa beim Streit um die (hier bereits besprochene) Net Neutrality im Mittelpunkt stehen).

Sollen Aber sie wirft eine weitere Frage auf: inwiefern sind die Machtverhältnisse im Internet für die Historische Online-Kompetenz von Relevanz? Und in welchen Kompetenz-Bereich sind diese Fragen anzusiedeln? Hier ist zugleich anzufügen, dass Kompetenzen nicht mit Wissen gleichzusetzen ist. Dennoch bleiben viele Kompetenzmodelle unklar in der Frage, inwiefern Wissen Bestandteil, Gegenstand oder Voraussetzung von Kompetenzen ist.

Das Wissen über die Funktionsweise von ICT (Neuen Medien) und den Interessengruppen, welche die Entwicklung von Anwendungen vorantreiben und die Nutzungsmöglichkeiten regeln, ist für alle Kompetenzbereiche von Bedeutung. Ich weise es in erster Linie dem Bereich “Lesen” zu, da die Kompetenz, sich über die Interessen und Machtverhältnisse zu informieren, Grundlage dafür ist, ihre Auswirkungen für “Lesen”, “Schreiben” und “Reden” einzuschätzen. Die Fähigkeit zur Einschätzung ist wiederum mit der Kompetenz der Reflexion und der Erörterung (“Reden”) verbunden.

Übersicht: HOK Reden

 

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