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Digital Creativity

«Digital Creativity» ist eine interdisziplinär ausgerichtete Zeitschrift, welche sich dem Themenkomplex rund um die Nutzung digitaler Medien widmet und viermal jährlich erscheint. Der kreative Geist scheint die aus unterschiedlichen Richtungen stammenden Artikel zu beleben. Die Beiträge handeln entweder von der Implementierung brandneuer Gadgets (wie z.B. Wearables) oder es geht um deren Einsatz in einem mediendidaktischen Umfeld.
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Wiki im Unterricht: Erfahrungsbericht

 Wege in die Moderne
 
Die Ankündigung von Peter Haber zum (viel versprechenden) Kurs über Wikipedistik, sowie ein Erfahrungsbericht von Mark Stoneman (von Clio and Me, Blog des Monats im März d.J.) über seinen Kurs, in dem er Studierende mit Wikipedia arbeiten liess (und in einem Wiki den Kurs mit immerhin 111 Teilnehmenden administrierte), ist Anlass, kurz über meine Erfahrungen beim Einsatz von Wikis und Umgang mit Wikipedia in meinen Kurs im letzten Semester zu berichten. Ich komme zu ähnlichen Einschätzungen, wie Mark Stoneman in seinem Bericht und wie ich unter dem Titel “Digital Secondos“: Die Medienkompetenz der Studierenden ist sehr heterogen. Und doch kann man für die meisten sagen: Sie können zwar suchen, finden aber nichts, was sie für ihre Hochschulaufgaben verwenden könnten. Und von Wikipedia – oder überhaupt von Wikis – kennen Sie allenfalls die Benutzer-Oberfläche und dass alle reinschreiben können. Und Wikis für Unterrichtszwecke zu benutzen, hat seine Tücken.

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Digital Secondos – Reloaded

Ich habe ja in den letzten Wochen bereits einige Male über verschiedene Studien berichtet, die den “Mythos” der NetGeneration (oder Digital Natives oder Google Generation) kritisch hinterfagten und konstatierten, dass die Jugendlichen keineswegs dergestalt von den digitalen Medien sozialisiert werden, dass sie durchs Band neue Verhaltensformen beim Lernen und Forschen entwickelten. Die Digital Natives (so meine These) seien vermutlich eben nicht “Einheimische”, die in die digitale Kultur durch die Eltern eingeführt und sozialisiert werden, sondern wenn schon “Digital Secondos”, also Kinder von “Eingewanderten”, die sich selber auf sehr unterschiedliche Weise in der neuen (digitalen) Kultur zu behaupten wissen: Einige der Digital Immigrants neigen zur Überanpassung (“Wow, der neuste Web-2.0 Trend – gleich ausprobieren und als Must-Have in meinem Blog anpreisen”); andere wiederum halten an der altvertrauten Ursprungskultur fest (“Es gilt das gedruckte Wort”).
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Kompetenzen, Theorien, Medien (?) der Geschichte

Wenn Kollega Haber schon darauf hinweist, sollen hier auch ein paar Worte darüber verloren werden, über meine Reise nach Eichstätt im malerischen Altmühltal (die schöne landschaftliche Lage muss man sich mit schlechten Bahnverbindungen erkaufen), wo an der katholischen Universität ziemlich intensiv Geschichtsdidaktik betrieben wird, was dank eines umfassenden mehrjährigen Forschungsprojektes auch in Zukunft so sein wird.

Die Tagung konzentrierte sich primär auf die Frage, über welche Kompetenzen Lehrpersonen verfügen müssen, um bei Ihren Schüler/innen Kompetenz fördern und diagnostizieren zu können; also um “Kompetenzen zweiter Ordnung”. Und da die Geschichtsdidaktiker/innen diese Lehrpersonen ausbilden, müssen die ja auch Kompetenzen-kompetent sein. Bin ich in der Lage, bei meinen Lehramts-Studierenden festzustellen, ob sie ihre Schüler/innen in der Entwicklung ihrer Kompetenzen fördern können, muss ich folgerichtig kompetenzförderkompetenzdiagnosekompetent sein.
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Medienhandeln Jugendlicher

Medienhandeln Jugendlicher

Der Bielefelder Erziehungswissenschafter Klaus Peter Treumann hat mit seinem Team letztes Jahr den Schlussbericht eines grossen mehrjährigen Forschungsprojekts zum jugendlichen Medienhandeln publiziert.1 Über 3600 Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren wurden darüber befragt, wie sie im Alltag Medien nutzen. Dabei wurden die Fragen nach dem Bielefelder Medienkompetenz-Modell gegliedert: Sie zielten auf instrumentelle Medienkenntnisse, auf Kenntnisse des Mediensystems, auf Medienkritik und Mediengestaltung und zwar in den “alten” Medien ebenso wie in den “neuen”.

Im Ergebnis bestätigt die Studie den Eindruck, den ich im Umgang mit Jugendlichen und Studierenden gewonnen habe: einige können sehr kompetent mit Neuen (und alten) Medien umgehen, andere nicht. Die Kompetenzen sind dabei sehr unterschiedlich verteilt, es gibt also nicht einfach ein Gruppe von Kompetenten und eine von Inkompetenten.

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  1. Treumann, Klaus Peter; et al.: Medienhandeln Jugendlicher. Mediennutzung und Medienkompetenz: Bielefelder Medienkompetenzmodell, Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss. 2007. []

Net Generation und was sie mit Geschichtswissenschaften zu tun hat

Virtual Student

Die Nicht-Frage von Kollega Haber zum Eintrag “Digital Secondos – No Net Generation“, was das mit Geschichtswissenschaften zu tun habe, mündete in die konkrete Frage, ob Rolf Schulmeister in seiner Publikation “Gibt es eine Net Generation?” zu den Auswirkungen auf die Hochschullehre Aussagen gemacht habe. Ja, hat er, bzw. haben einzelne Studien und Arbeiten, die er rezipiert1. Dazu noch einige kurze Bemerkungen.

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  1. nur zwei Nennungen: 1. Palloff, Rena M./Pratt, Keith: Virtual Student. A Profile an Guide to Working with Online Learners. Jossey-Bass. San Francisco 2003. – 2. Kennedy, Gregor E./Judd, Terry S./Churchward, Anna/Gray, Kathleen/Krause, Kerri-Lee: First year students’ experiences with technology: Are they really digital natives? In: Australian Journal of Educational Technology 2008, 24(1), S. 108-122. []

Medienkompetenz 0.0

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Kollega Hodel hat heute verdankenswerterweise bereits auf die Problematik der “Net Generation” hingewiesen (die er, für mich etwas irreführend, “Digital Secondos” nennt). Im Suchprotokoll unseres Weblogs fand ich heute einen Eintrag, der mich wirklich etwas nachdenklich gestimmt hat:

Folgende Suche fand sich im Logfile unseres Weblogs: “wie viele bücher hat die basler uni bib”. Gehen wir eimal davon aus, dass das Protokoll einen Teil der Anfrage abgeschnitten hat und es statt “bib” vermutlich “bibliothek” geheissen hat. Da wollte also jemand herausfinden, wieviele Bücher die Univeristätsbibliothek Basel besitzt und hat diese Frage bei einer Suchmaschine eingegeben, hat in der Trefferliste einen Eintrag gefunden, der auf unser Weblog verwiesen hat und ist dann so bei uns gelandet. Die Antwort fand er oder sie kaum bei uns, allenfalls einen Eintrag, der die gleichen oder ähnliche Begriffe enthielt.

Ich frage mich: Wieviel Medieninkompetenz braucht es, um eine solche Frage in dieser Form zu stellen und dann wohl auch noch auf eine Antwort zu hoffen? Und vielleicht noch interessanter die Frage: wieviele Menschen würden tatsächlich mit der hier formulierten Fragestellung so vorgehen, wie dies der oder die Suchende offensichtlich getan hat?

Dass “Wir in der grossen, weiten Medienwelt” oftmals einsam dastehen, ist keine neue Erkenntnis. Aber über die Dimensionen der Inkompetenz staunen wir dann doch immer wieder.

Digital Secondos – oder: No Net Generation?

schulmeister

Rolf Schulmeister wendet sich in einer kürzlich veröffentlichten Arbeit (Gibt es eine “Net Generation”?) gegen die Rede von einer Net Generation, die ein ganz eigenes Medienverhalten aufweise und daher auch besondere Bedürfnisse in die Bildungsinstitutionen mitbringe.1 Die Jugendlichen, so Schulmeister, seien keine einheitliche Generation, sondern sehr unterschiedlich in ihrem Medienverhalten, dass sich grundsätzliche nicht von jenem der Jugendlichen der vordigitalen Zeit unterscheide. Die Jugendlichen suchen soziale Kontakte zu Gleichaltrigen oder Unterhaltung.

So weit, so gut. Dennoch ist wohl unbestritten, dass die Jugendlichen heute unter anderen Medienverhältnissen aufwachsen als noch vor 15 Jahren – und ihr Verhältnis zu den digitalen Medien ein anderes sein dürfte. “The Internet just is”2: Das Internet mitsamt Google und Wikipedia ist zu einem Teil des Alltags geworden. Dass diese “Digital Natives” nicht alle einfach eine souveräne Kompetenz im Umgang mit den digitalen Medien an den Tag legen (“Digital Naives” nennt sie Beat Döbeli), widerlegt diese Tatsache noch nicht. Schliesslich sind die Jugendlichen auch in anderen Bereichen ihrer alltäglichen Umwelt unterschiedlich kompetent.

Möglicherweise bedarf das Konzept der “Digital Natives” einer Anpassung. Statt davon auszugehen, dass der selbstverständliche Umgang mit digitalen Medien von kleinauf automatisch zu kompetenten Benutzer/innen führt, wäre (in der gegenwärtigen Situation zumal) eher von “Digital Secondos” zu sprechen: Sie wachsen in einer Umgebung auf, die sie nicht “gewählt” haben, in der sie (aller Alltäglichkeit zum Trotz) letztlich unerfahren sind. Denn niemand führt sie in diese “digitale Kultur” ein, es gibt keine etablierten spezifischen Initiationsrituale von erfahrenen Kulturträgern. Die Erwachsenen sind ja selber noch damit beschäftigt, diese digitale Kultur zu meistern. Die “weisen Alten” sind die einige Jahre älteren Peers, die Brüder und Schwester, die Kolleg/innen, zum Teil die digitalen Medien selbst, die berichten, wie und wo man was mit den digitalen Medien anfangen kann. In diesem Umfeld digitaler Medien kommen die einen besser zurecht als die anderen. Das liegt möglicherweise zum einen am individuellen Interesse an den digitalen Medien, wohl aber auch an Zufälligkeiten, wie sich die Rahmenbedingungen der Sozialisation konkret ausgestalten: was die Lehrpersonen, die Schule, die Eltern oder eben die Peers zum Einfinden in die digitale Kultur beitragen können und wollen.

Letztlich geht es um die grundsätzliche Frage, welche Bedeutung man den Medien und dem digitalen Medienwandel in unserer Gesellschaft beimessen will. Ist es nur eine leichte Variation des Status quo in der Gesellschaft, die durch ganz andere Kräfte gestaltet wird? Oder handelt es sich beim Umbruch von der Gutenberg-Galaxis zum Cyberspace um einen radikalen Schnitt, der die Gesellschaft auf völlig neue Grundlagen stellt? In diesem Spannungsfeld (wenngleich aus anderer Warte) sind auch die Habermas’schen Einschätzung zu Web 2.0 zu sehen. (weiterlesen…)

  1. Via beats blog, der auch zahlreiche Blog-Hinweise auf Schulmeisters Aufsatz auflistet []
  2. Aus “Media Awareness Network: Young Canadians In A Wired World – Phase II Focus Groups 2004, S. 8; Verfügbar unter http://www.media-awareness.ca/english/special_initiatives/surveys/phase_two/ upload/yccww_phase_two_report.pdf []

Buchmesse (6): Notizen vom Freitag

Was will uns dieser Messeauftritt sagen? Dass es mit Google doch nicht auf immer und ewig nur bergauf gehen kann?

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Sich einen ab-googlen kennen wir schon, die neueste Wortschöpfung lautet: zwaben! Ich zvabe, du zvabst, er zvabt …

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Sehr erfreulich, dass auf der diesjährigen Buchmesse erstmals mit dem Label «Preisträger im Wettbewerb ‘Das Historische Buch’ H-Soz-u-Kult» geworben wurde.

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Das Thema Medienkompetenz treibt nicht nur den Kollegen Hodel um, auch die Buchhändler haben sich das eine oder das andere zum Thema überlegt …

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Medien-fit oder IT-kompetent…?

Zuweilen gerate selbst ich ins Grübeln: Was bitte soll der IT-Fitness-Test, den Bundesrätin Doris Leuthardt (Nein, nicht die Bildungs-, sondern die Wirtschaftsministerin) gemeinsam mit Steve Ballmer (ja, der von Microsoft) letzthin eingeweiht hat, ausser zu zeigen, dass ich totale MS-User-Nuss (tja, tut mir leid, wer wie ich Mac nutzt ist per definitionem für Microsoft nicht IT-fit) zwei Punkte mehr (siehe unten) ergattere als Herr Doktor der Informatik Beat Döbeli?? Besser geraten? Oder hat Beat einen schwierigeren Test bekommen, anhand der IP-Adresse, die aus einem Hochschulnetz…? Ich frage mich bloss, was das Wissen über den Unterschied der Zellformatierung BUCHHALTUNG und WÄHRUNG für einen Hinweis auf den kompetenten Umgang mit digitalen Medien geben soll. Vermutlich geht es auch hier nicht darum, zu verstehen, sondern einfach, es “richtig” zu machen. Deshalb bin ich ja auch ein “Fan” (Achtung, Ironie-Alarm) von Test und Zertifikaten wie dem ECDL.

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