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Einträge von jan hodel

Internationale Geschichtsdidaktik in Leuven

Longing for the Present” ist der Titel der internationalen Geschichtsdidaktik-Tagung, die gestern in Leuven/Löwen zu Ende ging. Die Zusammensetzung des Programms war dabei wirklich sehr international: Hier trafen sich Geschichtsdidaktiker/innen aus Schweden, Holland, Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Portugal, Bulgarien, Griechenland, Polen, Lettland, Finnland, Kanada, den USA, der Türkei und der Schweiz. Es war zwar sehr anregend, Eindrücke aus verschiedenen Kulturen des historischen Lernens und Einblicke in unterschiedliche Traditionen und Probleme des Geschichtsunterrichts zu gewinnen und dabei vor allem auch die Personen aus diesen unterschiedlichen Kontexten kennen zu lernen. Doch zuweilen schienen diese Traditionen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dann doch etwas gar weit auseinander, um mehr Erkenntnis als ein interessiertes “Ah, so ist das in XY” zu erreichen. Viel Konzentration wurde ohnehin darauf verwendet, sich an die jeweiligen Akzente der Referent/innen zu gewöhnen und zu erraten, welches englische Wort wohl gerade mit den gehörten Lauten sinnvoll in Verbindung zu bringen sei. (weiterlesen…)

Zwitschernde “Geschichte+Informatik”

Nicht nur Mediävisten twittern. Auch der Verein “Geschichte und Informatik” (=AHC Schweiz) hat, kaum ist ein neuer Vorstand gewählt, die Zeichen der Zeit erkannt und publiziert auf dem Twitter-Account “G+I” regelmässig Fundstücke aus dem Netz zum breiten Themenfeld des Einsatzes und der Verwendung von Informatik in der Geschichtswissenschaft – aber auch zur Geschichte der Informatik.

Chronologie im Geschichtsunterricht: There’s an app for that!

Kollega Haber hat ja ausführlich seine Einschätzung zum von Kollega Eisenmenger berichteten Beschluss in Brandenburg dargelegt, im Lehrplan vorzusehen, dass im Geschichtsunterricht eine “vorgezogene” Unterrichtseinheit zur Geschichte der DDR abgehalten wird.

Im darauf folgenden kleinen Austausch von Meinungen spiegelt sich das Dilemma des Geschichtsunterrichts im Clinch zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Anforderungen historischer Erkenntnis. Die Geschichtsdidaktik, so wie ich das überblicke, müht sich seit Jahren damit ab, hier eine plausible Lösung zu entwickeln – scheint aber an Missverständnissen und Widerständen, aber auch an Widersprüchlichkeiten in den Lösungsansätzen zu scheitern.
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BBC History Magazine Blogs – Geschichtsblog des Monats Juli 2010

Die Blogs des BBC History Magazine sind ein Teil des Webauftritts der titelgebenden Print-Publikation. Das Magazin richtet sich an eine breitere, an Geschichte interessierte Öffentlichkeit und ist Teil des privatwirtschaftlich betriebenen Ablegers BBC Worldwide, der der öffentlich-rechtlichen BBC gehört. Das Magazin wurde im Jahr 2000 gegründet und erreicht mit seinen 12 Ausgaben pro Jahr auf eine Auflage von über 60’000 Exemplaren. Die Blogs starteten hingegen erst Anfang 2009. Sie dienen, wie die meisten anderen Angebote auf der Website, in erster Linie dazu, die Attraktivität des Print-Produkts zu erhöhen, bieten dabei dennoch eine Fülle unterschiedlichster und anregender Beiträge von verschiedenen Autor/innen (fast ausnahmslos Historiker/innen), die mit unterschiedlichen Stilen und Genres verschiedene Themenfeldern der Geschichte abdecken.

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Schweizer Archive online! (zum Teil)

Seit heute ist (wie die u.a. die NZZ unter dem etwas hochtrabenden Titel des “Quantensprungs” gestern berichtete) das Schweizerische Archivportal unter der leicht irreführenden Adresse “archivesonline.org” erreichbar: Das Portal bietet nämlich primär eine Meta-Suche über die Findmittel der vier Staatsarchive in Basel, Thurgau, Zug und Zürich sowie des Archivs für Zeitgeschichte. Es sind also nur ausgewählte Archive der Schweiz zugänglich und (trotz der Rede von Volltext) kann kein Archivmaterial online im Original eingesehen werden. (weiterlesen…)

Computer-Nostalgie


Am 14. Oktober 1974 (so sagt Wikipedia) wurde in Eching bei München der erste IKEA-Laden in Deutschland eröffnet und – weitaus interessanter – unterhielt sich eine gewisse Nancy am Mansfield State College mit einem Univac 70/3 Computer (so zeigt BoingBoing). Nun, fast 36 Jahre später, ist der Ausdruck dieses Mensch-Maschine-Zwiegespräch aus einer Schublade oder einer Kartonschachtel wieder ans Tageslicht und (via Scanner und Breitband-Uplink) auf das (damals schon in Kinderschuhen erste Gehversuche vollbringende) Internet gelangt – und löst mit seiner Mischung aus aufgesetztem Jahrmarktsgeschrei (“HOW ABOUT THAT!!”) und unfreiwilliger Computerkomik (“LINE ERROR, RETRANSMITTING”) bei ungezählten Leser/innen heftige Computer-Nostalgie-Schübe aus, zum Beispiel: (weiterlesen…)

Die Unsichtbaren: Tele-Vortrag als Referent

Gestern hatte ich einen Auftritt via Internet-Verbindung in einer eLearning-Veranstaltung der Universität Dortmund, die mir wieder einmal die Eigenheiten «web-unterstützter Distanz-Lehrarrangements» deutlich vor Augen geführt hat.

Aufgrund der technisch bedingten Anordnung sah ich die Teilnehmenden am Online-Seminar zu «Great Depression Online» nur zu Beginn der Veranstaltung, die Umgebung sieht nur ein Videobild der jeweils Sprechenden vor. (weiterlesen…)

Fernseh-Archive im Internet (Update)

Warum der Tages-Anzeiger in seiner Online-Ausgabe gerade gestern das Thema “Fernseh-Archive im Internet” aufgenommen hat, bleibt mir verschlossen. Dennoch bietet der Artikel neben einer Aufzählung jener Archive, die wir hier auch schon vorgestellt haben (insbesondere das französische Projekt INA und das Archiv der BBC), noch die eine oder andere Hintergrund-Information von den Projektverantwortlichen der Archiv-Digitalisierung beim Schweizer Fernsehen, deren Arbeit im Archiv-Portal beurteilt werden kann.

Wenig erstaunlich sind die fehlenden Kontextinformationen und die unklare Urheberrechtslage die wichtigsten Gründe, warum nicht alle vorhandenen Archivmaterialien nach der Digitalisierung im Internet frei zugänglich gemacht werden. Dies gilt insbesondere für das (titelabweichend aber lead-konform im Artikel ebenfalls behandelte) Archiv des Radio DRS.
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Nachrichtendienst für Historiker: Geschichtsblog des Monats Juni 2010

In dieser Rubrik haben wir immer wieder mit entsprechenden Beispielen darauf hingewiesen, wie viele Anwendungsmöglichkeiten das Format des Weblog eröffnet. So bietet seit letztem September der (mittlerweile etwas irreführend betitetelte) “Nachrichtendienst für Historiker” (NFH) eine (Online-)Presseschau aus dem Webauftritt von über 30 verschiedenen Publikumszeitschriften (und einigen Radio- und Fernsehsendern) im Weblog-Format an. (weiterlesen…)

Hitlerblog: Geschichtsblog des Monats Mai 2010

Kann man ein Weblog eines Politik-, Kommunikations- und Medienwissenschafters als Geschichtsblog bezeichnen? Daniel Erks “Hitlerblog” ist weder ein geschichtswissenschaftliches Unterfangen, noch befasst es sich im herkömmlichen Sinne mit Phänomenen der Vergangenheit. Vielmehr interessiert sich Erk für die geschichtskulturellen Erscheinungsformen des Nationalsozialismus (und seiner Insignien) im Allgemeinen und der Figur Hitlers im Besonderen. Das Weblog belegt in regelmässigen Abständen, dass das Internet wenn nicht die Menge und Varianz der Auseinandersetzung mit der wohl bestgehassten historischen Person, so doch die Dokumentation der vielfältigen Beschäftigungsformen mit ihr befördert hat.
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