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«Subito» vor dem Aus? Wie der Wissenschaftsstandort Deutschland ausgehöhlt wird

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Es ist wirklich absurd. Moderne Scanner und schnelle Datenleitungen machen möglich, was vor einigen Jahrzehnten wie eine ferne Vision getönt haben mag: Man recherchiert am Bildschirm nach gewünschten Fachaufsätzen, bestellt sich online eine digitale Kopie und erhält wenige Stunden später oder am nächsten Tag eine PDF-Datei mit dem gewünschten Text in die heimische Mailbox geliefert. Das ganze zwar nicht kostenlos, aber für einen Preis, der wissenschaftliches Arbeiten zumindest nicht verhindert. Nun wird dieser Service, der im deutschen Sprachraum seit Jahren von «Subito» in hoher Qualität und zur Zufriedenheit aller Beteiligten angeboten wird, wohl demnächst dich gemacht werden müssen. Auf heise.de lesen wir, dass die deutsche Bundesregierung plant, die Urheberrechtsreform im Express-Verfahren durchzupeitschen und zwar so, dass «Subito» die rechtliche Grundlage entzogen wird. Schöne neue Welt der Schildbürger … Da reden deutsche Wissenschaftspolitiker seit Monaten von Exzellenz und von der Stärkung des Wissenschaftsstandortes Deutschland und sind doch nicht in der Lage, ein derartiges Debakel zu verhindern. Peinlich. Treffen wird es natürlich vor allem diejenigen Fachgebiete, die auf eine möglichst umfassende Literaturversorgung auch mit exotischen und selten verlangten Texten angewiesen sind, sprich: die Geisteswissenschaften. Das drohende Ende von «Subito» ist nur ein weiteres Mosaiksteinchen in der seit Jahren andauernden systematischen Demontage der Geisteswissenschaften.

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