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HOK: Lesen – Quellen IV: Plagiate

Die Copy/Paste-Mentalität greift in den Bildungsinstitutionen dermassen um sich, dass Dozenten sich angehalten sehen, ziemlich rigide auf gängige Zitierpraxis in wissenschaftlichen Publikationen hinzuweisen (ein Problem, dass auch Wikipedia plagt…). Die Studierenden fügen nach einer erfolgreichen Internet-Recherche in ihren Arbeiten oft ganze Abschnitte ein, ganz im Sinne von „besser hätte ich das auch nicht formulieren können“. Plagiate sind zwar vergleichsweise einfach aufzudecken: Sätze, die in Stil, Wortwahl und Tonfall stutzig machen, können in Google gezielt gesucht werden – oft wird dann das Original gefunden. Ein Angebot der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) Berlin bietet einen kleinen Online-Kurs, mit dem man seine eigene „Plagiat-Auffind-Kompetenz“ beurteilen kann.

2 Kommentare auf “HOK: Lesen – Quellen IV: Plagiate”

  1. hist.net Weblog » Blog Archive » HOK intern: Medienkompetenz für Historiker/innen an der Universität Innsbruck meint:

    […] Eva Pfanzelter: Erklären oder Strafen. Zur Plagiatsproblematik und dem Umgang damit an der Universität Innsbruck. Der Plagiats-Jäger Stefan Weber macht in Österreich Furore, wird mit seinem Übereifer und seinem Alarmismus aber auch kritisch beäugt. Das Thema ist jedenfalls mit dem neuen Buch von Stefan Weber (siehe diesen früheren Eintrag) in den Publikumsmedien lanciert. Sehr passend der Hinweis auf einen Artikel bei Spiegel Online, der die zunehmenden Plagiate beklagt, aber an prominenter Stelle auf einschlägig bekannte Websites wie “hausarbeiten.de” verlinkt! Eva Pfanzelter stellte vor allem die Plagiats-Erkennunssoftware von “safeassignement.com” vor, welche die Universität Innsbruck testet. Dort können Dozierende (oder auch Studierende) Arbeiten hochladen, die mit Inhalten der eigenen Datenbank (die durch das Hochladen von zu prüfenden Arbeiten laufend erweitert wird, safeassignment.com erlaubt sich nämlich, diese einzubehalten und kommerziell zu nutzen – nämlich als Vergleichsbasis, was Fragen zur Rechtmässigkeit dieses Tuns aufwarf…) und mit dem Internet vergleicht. Das Ergebnis wird farblich ausgezeichnet, mit Fundstellen im Internet (oder mit anderen Arbeiten) ergänzt und mit einer Prozent-Zahl versehen, welche den Anteil der abgeschriebenen Elemente wiedergibt. Mit Schreibfehlern Wortumstellungen lässt sich die Software nicht austricksen. Im Plenum der Anwesenden stiess diese Software-Lösung auf wenig Gegenliebe – viel eher sei auf gute Betreuung der Studierenden-Arbieten zu setzen – und den Studierenden klar zu machen, warum Plagiate nicht akzeptiert werden, bzw. was Plagiate überhaupt sind (vgl. die Einträge in diesem Blog zu “Plagiaten“). Hierzu eignet sich das (bereits erwähnte) Tutorial an der FTHW Berlin. […]

  2. Plagiate und Urheberrecht - einmal von der anderen Seite meint:

    […] Sietmann legt dann Kritikpunkte an den Plagiatssuchdiensten dar. So ist beispielsweise die Praxis, alle Studienarbeiten a priori bei “turn it in” einzuspeisen, nicht unbestritten. Die Berliner Professorin für Medieninformatik Debora Weber-Wulff (die unter anderem den Lehrgang “Fremde Federn Finden” entwickelt hat – darauf wurde hier auch schon verwiesen) hält dieses Vorgehen für unsinnig und kontraproduktiv, eine “Pseudoverwissenschaftlichung” und einen “Versuch, soziale Probleme mit Software zu lösen”. Denn auch die Plagiatsdienste haben ihre Grenzen (siehe auch die Diskussion anlässlich meines Referats in Innsbruck im Dezember 06 – dort drehte es sich um den Plagiatsdienst namens safeassignment, der aber im Wesentlichen gleich funktioniert). […]

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